Mauritius – Klein, aber hat definitiv mehr zu bieten als Strandurlaub!

Mauritius - Strand, sonne und Palmen?

Unsere Mauritius-Reise war eine sehr kurz entschlossene Reise.

Erst war der Plan, Richtung Norwegen einen Road-Trip zu unternehmen, aber als wir die günstigen Flüge nach Mauritius sahen, haben wir kurzer Hand gebucht.

Mauritius klingt natürlich zunächst einmal nach Strand und Sonne und Palmen. Das gibt es dort natürlich auch überall und man kann sicherlich einen wirklich tollen Strandurlaub dort erleben. Wir brauchen allerdings mehr für einen Traumurlaub und haben deshalb die Gegend erkundet.

Bei der Unterkunft haben wir zu AirBnB gegriffen und der Mietwagen war auch schnell gefunden. Also nicht mal eine Woche später sind wir aus Köln los geflogen, zum Glück ein Direktflug und nach ca 11h langwierigen Fliegens endlich vor Ort gelandet.

Am Flughafen hat fast direkt jemand vom Mietwagenverleih auf uns gewartet (normalerweise würde er dort warten, unser Empfang hatte bloß leider verschlafen, alles halb so wild), um uns unsere Schlüssel für das Auto zu übergeben, also eingestiegen und los ging die Reise.

Nach kurzer Eingewöhnung auf der linken Seite zu fahren, waren die 50km bis zu unserem Haus in Flic en Flac (quer über die Insel) auch schnell gemeistert. Dort angekommen, aßen wir Frühstück am Strand und warteten somit entspannt auf unsere Schlüssel für die Unterkunft.

Fertig gefrühstückt, Schlüssel entgegen genommen und der Urlaub konnte starten! Nach kurzer Suche fanden wir die Tore unserer Unterkunft. Ausgepackt und in den Pool gesprungen, danach einfach nur noch auf der riesigen Dachterrasse entspannt und noch ein wenig das Dorf erkundet.

TIPP: mit etwas GLück bekommt man eine hammer Unterkunft, die nicht unendlich kostet und mehr privatsphäre bietet als eins der vielen resorts.

Trou Aux Cerfs - Ein Krater mitten in der Stadt

Am nächsten Morgen gab es Frühstück. Wir hatten zu unserer Begeisterung sogar eine Siebträgermaschine und konnten uns mit unserem Milchsieb unseren eigenen Milchschaum produzieren, also echter Luxus!

Am ersten Tag machten wir uns auf zu einem Vulkan nach Curepipe und sahen uns den Trou aux Cerfs an. Der Vulkankrater ragt einfach mitten in der Stadt aus dem Boden. Wir gingen einmal um den Krater herum und ließen den weiten Blick auf uns wirken. 

So wie er vor uns lag mit seinem kleinen See war er wirklich wunderschön und wir genossen den Ausblick über die Stadt und die ganze Insel. Man kann von dort wirklich sehr gut den vulkanischen Ursprung der Insel sehen. Überall ragen die Krater und Berge in die Höhe und bieten einen spektakulären Anblick.

Als wir uns satt gesehen hatten, nahmen wir uns noch den örtlichen Botanischen Garten vor. Dieser ist sehr schön angelegt und wenn man sowieso vor Ort ist, einen Besuch wert! Wir schlenderten etwas durch den Park und überlegten, ob wir noch genug Zeit hätten, um einen Wasserfall zu besuchen und eine Wanderung dort entlang zu unternehmen.

Tamarind Falls - ein Wunder über sieben Stufen

Es war gerade 13:00 und so entschlossen wir, uns auf den Weg zu machen. Es sollte zu den Tamarind Falls gehen. Die Wasserfälle stürzen über sieben Stufen das Vulkangestein herab. 

Vorher hatten wir uns schon informiert, wie wir zu den Wasserfällen gelangen sollten und es wird geraten, den Weg nicht ohne Guide herabzusteigen. Wir sind wirklich sehr ungern mit Guides unterwegs, außer sie können uns wirklich zusätzliches Wissen vermitteln. Lieber bestimmen wir unser Tempo selbst, halten niemanden auf und schonen unser Reisebudget. 

Deshalb haben wir persönlich uns gesagt, dass wir einfach mal starten und so weit gehen, wie wir es uns zutrauen. Das Schwierigste war im Endeffekt, den Eingang zum Wanderweg zu finden. Eigentlich war der Fehler bloß, dass wir zu kompliziert dachten. Wir bogen öfters ab, aber uns wurde schnell klar, dass das nicht richtig sein kann. Nach ca. 15 Minuten Suche folgten wir zunächst einem breiten Weg, bis schließlich der richtige Pfad gefunden wurde und so ging es links hinab.

Auf der ersten Stufe des Wasserfalls angekommen, trafen wir ein Pärchen. Die beiden erzählten uns, sie seien schon öfter dort auf der ersten Stufe gewesen. Sie seien schon mehrfach wieder gekommen, um die Aussicht zu genießen. Die beiden hätten nicht versucht, noch weiter hinab zusteigen, da es ohne Guide nicht möglich wäre.

Uns packte der Ehrgeiz nur noch mehr und wir entschlossen uns trotzdem, den Versuch zu starten. Und so machten wir uns auf den Weg weiter hinab, es war sehr rutschig, aber man konnte sich gut festhalten und gegenseitig helfen. Also alles halb so wild.

Kurz vor der zweiten Stufe ging man hinter dem Wasserfall entlang, man konnte seine Hand hindurch halten. Hinter einem Wasserfall standen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Es war echt faszinierend, sich so nah an diesem herabstürzenden Wasser aufzuhalten, das sich wie ein Vorhang vor uns fächerte. 

Angekommen auf dem zweiten Plateau, konnte man weiterhin das Tal wunderbar erblicken und zudem auch den Wasserfall schön betrachten. Wie für uns zurecht gelegt, ragten ein paar Steine aus dem Becken unterhalb des Wasserfalls. Wir setzten uns, nahmen einen verspäteten Snack zu uns und genossen das herabfallende Wasser. Der relativ machbare Abstieg motivierte uns nur noch mehr, auch die restlichen Stufen hinabzusteigen. Nach der Pause machten wir uns also weiter auf den Weg nach unten.

Die „Beschilderung“ war eher mäßig und manchmal drifteten wir etwas ab von dem Pfad, aber wir kamen trotzdem gut voran.

Der Abstieg war abwechslungsreich und das kühlende Wasser war immer nah, ein wirklich toller Weg.

Uns beeindruckte auch noch besonders der Blick der letzten Stufe. Neben dem herabstürzenden Fluss befand sich ein ziemlich großes Plateau aus Stein und man kann dort sehr schön verweilen. Wir machten ein paar Fotos und setzten uns an dem Rand, um den Wassermassen beim herunterbrechen zuzusehen. 

Ein echtes Spektakel und unser absoluter Favorit der Dinge, die man unbedingt auf der Insel gemacht haben muss! Wir stiegen den Weg wieder hinauf (Vorsicht rutschig!) und machten uns glücklich auf den Rückweg um am Haus zu Abend zu essen. Was für eine tolle Wanderung!

TIPP: Unbedingt zu den Tamarind Falls wandern. Wenn ihr ein bisschen abenteuerlustig seid, wagt ruhig den Abstieg allein (natürlich auf eigene gefahr und kehrt um, wenn es euch gefährlich vorkommt).

siebenfarbige Erde und noch ein hübscher Wasserfall - noch mehr!

Der nächste Tag brach an und wir wollten mehr sehen! Also machten wir uns auf den Weg zur sieben-farbigen Erde und dem Chamarel-Wasserfall. 

Diese beiden Naturphänomene kann man auf jeden Fall super auf einem Weg abhaken, da sie sich in dem selben Nationalpark befinden. Der Nationalpark an sich mit der Hinreise war schon einfach nur klasse. Die Natur und all die schönen noch so unberührten und wenig überlaufenen Orte.

Man fährt in Serpentinen den Berg hinauf und hat einen wundervollen Ausblick dabei.

Am Chamarel-Wasserfall waren wir zeitweise komplett alleine, bis ein Bus voll mit Touristen ankam und der Ort einmal kurz geflutet wurde. Nach 10 Minuten legte sich der Trubel wieder und alle waren verschwunden. Wir hatten wieder Zeit, um den Wasserfall zu begutachten und zu bewundern. Er fiel wirklich hübsch von einer Felsklippe ins Tal hinab. 

Bei der sieben-farbigen Erde war etwas mehr los, aber nichts war überfüllt. Auf einem kleinen Weg kann man halb um die Erde herumspazieren, wir hatten uns das Ganze etwas spektakulärer vorgestellt.

Wir fanden die beiden Sehenswürdigkeiten nach dem Vortag nicht mehr allzu inspirierend, schön anzusehen aber auf jeden Fall. Die Erde war einzigartig und auch ein verrücktes Phänomen. 

Es wurde langsam spät und so zogen wir wieder Richtung Flic en Flac, damit wir den Abend entspannt auf der Dachterasse genießen konnten!

Casela world - entspannter Tag mit Löwen-Kuscheleinheit

Am nächsten Tag fuhren wir einfach ein bisschen auf der Insel herum. Wir kamen an einem großen Tierpark vorbei, Casela World, und dachten uns: warum nicht? Der Park war riesig angelegt und verfügte sogar über einen großen Safari-Park. Größtenteils war alles schön angelegt und man konnte gut durch die Gegend schlendern. Die im Eintrittspreis enthaltene „Safari“ war ein witziger Einblick in echte Safaris und weckte Entdeckerlust. Wir fuhren mit einem richtigen Safari-Bus durch steppenartiges Land und sahen Gazellen, Zebras, Nashörner und Straußen. Die natürlich nicht ganz frei waren, aber sie wurden auf weitläufigem Gelände gehalten, sodass es für die Touris sehr echt wirkte.

Für den Preis bot der Park etwas wenig Platz für manche Tiere, z.B. für die Großkatzen, aber wir pickten uns trotzdem ein paar schöne Orte heraus. Die Giraffen hatten viel Platz und wurden direkt bei den Besuchern gefüttert. Außerdem konnte man in einem Außengehege Riesenschildkröten von Nahem bestaunen. Für den besonderen Kick konnte man in einem großen Außengehege Löwen streicheln. Das wurde hier sehr professionell gehandhabt. die Interessierten wurden gut eingewiesen, die Löwen wurden weder brutal behandelt noch wirkten sie irgendwie träge oder halb betäubt. Man bekam jeweils einen Holzstab, mit dem man den Löwen im Notfall auf Abstand halten konnte. Sobald die Löwen für die Pfleger den Eindruck erweckten, dass sie genervt oder gestresst waren, wurden sie in Ruhe gelassen. Auch nicht alle Löwen wollten gestreichelt werden. Die Pfleger akzeptierten das und lasen die Gesten der großen Tiere.

Diesen riesigen Raubtieren so nah zu sein war für uns jedenfalls ein großes Erlebnis. Ihre Köpfe waren einfach nur gigantisch und sie schienen die Streicheleinheiten zu genießen.

Strandtag mit spontaner Buchung

Der nächste Tag sollte ein richtig typischer Mauritius-Tag werden. Morgens am Pool und auf der Dachterrasse gefaulenzt, nachmittags sind wir dann zum Strand. Dort lagen wir herum, schnorchelten ein bisschen und unternahmen einen langen Strandspaziergang.

Wir hatten viel über die artenreiche und vielfältige Fauna des Meeres um Mauritius gelesen. Deshalb hatten wir überlegt, eine Tour zu buchen, die uns am nächsten Tag vielleicht mal aufs Meer bringen könnte. Außerdem hatten wir erfahren, dass es eine gute Möglichkeit gibt, vor der Insel mit wilden Delfinen zu schwimmen.

Als wir so am Strand lagen, sprachen uns zwei junge Teenager an und fragten, ob wir Lust auf eine Bootstour am nächsten Tag hätten. Zunächst reagierten wir mit Skepsis, aber wir einigten uns darauf, nicht in Vorkasse zu gehen sondern zu Beginn der Tour zu zahlen.

Die Preise waren an den normalen Touristen-Hotspots etwas hoch und so hatten wir auf genau so eine Option gehofft. Glück gehabt, die Jungs meinten, dass sie für die Hälfte des Normalpreises eine Tagestour mit uns Unternehmen würden.

Das bedeutete: mit wilden Delfinen schwimmen, ein paar Schnorchel-Spots abgrasen und zum Schluss bei Speis und Trank auf einer kleinen Insel vor Mauritius (Île aux Bénitiers) entspannen. Nachdem wir den Deal mit der Zahlung am nächsten Morgen abgewickelt hatten, kam große Freude auf den nächsten Tag auf. Auch wenn ein Hauch an Skepsis blieb und wir nicht hunderprozentig sicher waren, ob denn dann auch alles so klappt wie besprochen.

der große Tag der Privataudienz bei wilden Delfinen

Am nächsten Morgen um 8:00 Uhr standen wir also am verabredeten Ort und wir wurden nicht enttäuscht. Wir warteten, bis die anderen auch eingetrudelt waren und suchten uns als erstes Plätze auf dem kleinen Schnellboot. Wir konnten direkt vorne sitzen und das Boot hatte so viel Platz, dass jeder entspannt einen Sitzplatz bekam.

Auf ging es also, um ein paar typische Delfinspots zu finden. Wir sahen in weiter Ferne schon Delfine schwimmen. Unsere Guides waren sehr locker und nett, sie hielten gebührend Abstand zu den Tieren. Sie wussten, dass die Delfine neugierig werden würden und deshalb warteten wir so lange, bis die Delfine in unsere Richtung unterwegs waren. Wir sprangen ins Wasser und die Delfine schwammen um uns herum. Die Sicht unter Wasser war nicht die beste an dem Tag, aber trotzdem sahen wir die Tiere neben uns und unter uns, ein echtes Spektakel!

Als nächstes ging es zu einem Spot, der von unseren Guides das „Aquarium“ genannt wurde. Das Wasser dort war glasklar und wir hatten die Möglichkeit, viele bunte Fische zu sehen! Echt toll! Wie mitten im Aquarium und das ohne wirklich tief zu tauchen. 

Als nächstes machten wir uns weiter in Richtung der Île aux Bénitiers, einer Insel vor Mauritius. Direkt vor der kleinen Insel konnten wir die angeblich größte über Wasser lebende Koralle bestaunen. Danach legten wir am Strand an und wurden mit super Barbecue und allen Getränken, die das Herz begehrt (vor allem der selbstveredelte Rum war zu empfehlen ;D) verwöhnt.

Wir saßen und entspannten noch bis in den späten Nachmittag. Ab und an kam jemand vorbei und wollte Selbstgemachtes verkaufen, alle hatten immer gute Laune und es wurden auch noch ein paar Lieder zum besten gegeben. Je mehr Rum, Wein und Bier floss, desto besser wurde die Stimmung.

Es war sehr idyllisch auf dieser kleinen Insel und wir machten Bekanntschaft mit vielen lebenslustigen Menschen aus aller Welt. Leider mussten wir irgendwann wieder aufbrechen, wir fuhren nah an die Koralle (Crystal Rock) und gingen von Bord um uns die Formation aus der Nähe anzusehen.

Kurze Zeit später brachte uns das Boot auch wieder zurück und wir fuhren von einem Regenbogen begleitet zurück nach Flic en Flac.

Le Morne und der "Wasserfall unter Wasser"

Am nächsten Tag starteten wir die Wanderung auf den Le Morne. Zuvor schwammen wir aber noch im Meer direkt vor dem Berg, ein Sonnenbad im klaren Wasser.

Zum Startpunkt des Wanderwegs führt nur eine sehr holprige und mit Schlaglöchern übersäte Sandpiste. Diese muss man erstmal mit seinem Klapper-Mietwagen ein paar Kilometer überwinden, nicht so leicht.

Die Wanderung an sich hat insgesamt um die 3 Stunden gedauert. Wir hatten bloß etwas Pech, da wir nicht das umzäunte Privatgelände am Ende des Weges passieren konnten. Deswegen war es uns nicht möglich, bis ganz auf die Spitze zu gelangen. Wir konnten also leider nur einen Teil des sogenannten Unterwasser-Wasserfalls erspähen. Nichtsdestotrotz konnten wir ihn erahnen und hatten ansonsten auch eine super Aussicht. 

Als kleinen Bonus trafen wir auch noch ein nettes Pärchen, mit dem wir dann den Rest des Tages verbrachten.

Mauritius

Abschied nehmen...

Insgesamt war es ein empfehlenswerter Trip. Für uns, die immer Action im Urlaub brauchen, gibt es genug zu erleben. Man kann super viele Dinge unternehmen auf Mauritius, die wirklich Spaß machen und unterhalten. Natürlich sollte man sich auch genug Zeit zum entspannen nehmen, denn dafür ist die Insel schließlich bekannt. 

Einfach bloß grandios zum Nichts-Tun!

Was seid ihr für Urlauber? Lieber entspannen oder Actiooooon?

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