Feuerland – Unser Abenteuer im Tierra del Fuego Nationalpark
Aufbruch ins Feuerland
Feuerland – Das klingt nach Wildnis, Natur, Einsamkeit. Der Aufenthalt im „Tierra del Fuego“-Nationalpark versprach, ein Abenteuer zu werden.
Das Klima am Ende der Welt ist rau und unvorhersehbar. Wir schnappten uns einen Bus von Ushuaia zum Park, mit Windjacke, Schlafsäcken und vom Papa empfohlenen Leichtbauzelt ausgerüstet.
Im Park selbst fahren Shuttlebusse verschiedener Anbieter (meist kann man den Shuttle schon direkt vom gleichen Transport-Anbieter buchen oder er ist sogar inklusive). Wir wählten den günstigsten, um zu einem Zeltplatz zu gelangen. Dabei entschieden wir uns für einen der kostenlosen wilderen Plätze, dort muss man zwar auf Verpflegung und Luxusduschen verzichten, aber ein Toilettenwagen ist trotzdem in der Nähe. Dafür wird einem mehr Einsamkeit und Natur geboten.
Schnell bauten wir unser angepriesenes Zelt auf („zwar leicht aber top“ laut Papa) und uns wurde relativ schnell klar, dass es zwar wirklich sehr leicht gewesen war, aber bei der Qualität dafür doch einige Abstriche gemacht werden mussten. Im Großen und Ganzen handelte es sich wie hier zu sehen um ein Mini-Dreieckszeltchen für höchstens eine Person. Es wurde nur durch zwei kleine 60cm hohe Stangen gestützt, die unter absolut null Spannung standen. Somit das perfekte Zelt für Wind und mögliches Unwetter…
TIPP: man kann umsonst auf den weniger schicken plätzen nächtigen. Diese sind auch wesentlich leerer!
eine kleine Wanderung
Naja, der Himmel sah doch ziemlich blau aus und die Sonne schien. Also verstauten wir unsere Backpacks und starteten eine Wanderung durch den Park. Wir passierten wilde Seen, an denen die Bäume mit Flechten übersät waren und unberührte Wälder, die nicht zu enden schienen. Als wir den Gipfel erklommen und die Aussicht sich präsentierte, blickten wir auf fjordartige Fels-Fluss-Kombinationen. Der Aufstieg hatte sich gelohnt.
Den Rückweg gingen wir hungrig an und an unserem Platz angekommen, erfachten wir ein Feuer an der Feuerstelle und kochten unser Essen. Ein goldiger Sonnenuntergang begleitete uns als Belohnung.
abenteuerliche Camping-Nacht
Auf dem Felsen hinter uns räkelte sich ein Andenschakal, auch Feuerlandfuchs genannt, und genoss die letzten Strahlen.
Dieser Schlingel überraschte uns während des Abendessens zwei Mal, indem er zunächst einen Wanderschuh und dann unseren Kamerarucksack blitzschnell entführte und ratzfatz in sein Versteck zog.
Wir folgten ihm zu seinem Rückzugsort, den wir nach ein paar Minuten Suche fanden. In einer kleinen Kuhle hatte er seine Beute, abgesehen von unserer auch die Kleinteile anderer Touristen, auf einem Häufchen gelagert.
Ab jetzt passten wir besser auf unsere Gegenstände auf.
Die Sonne ging unter und es wurde Zeit, sich zu zweit in das Mini-Zelt zu quetschen. Die Backpacks passten nun nicht mehr hinein und wir befestigten sie an einem Baum und verdeckten sie mit einer Plane.
Mitten in der Nacht erwachten wir von tröpfelnden Geräuschen und leichtem Sprühregen im Gesicht – verdammt, es begann zu regnen.
Wenig später weckten uns Blitze und Donner und wir beschlossen, die Augen trotzdem nochmal zu schließen – was sollte es auch helfen, aufzustehen.
der Schrecken des Erwachens
Gegen 6:00 morgens wurde es langsam sehr feucht um uns herum, der Regen hatte nicht aufgehört. Das Wasser strömte in Bächen vom Himmel hinunter und unter uns spürten wir eine verdächtige Nässe. Uns wurde klar: Wir lagen in einem kleinen See in einem durch und durch undichten Zelt.
Der erste Blick war der auf den Busplan und wir wussten, wir müssten noch ungefähr 1 1/2 Stunden bis dahin erdulden.
Eine halbe Stunde verharrten wir noch in unserer Pfütze im Zelt, sie war immerhin einigermaßen erwärmt. Dann quälten wir uns aus den klatschnassen Planen und standen im Dauerregen. Das Ausmaß des Regens wurde uns erst jetzt bewusst. Der Pegel der umliegenden Seen war sicherlich um einen halben Meter angestiegen und jede Vertiefung im Boden war mit Wasser gefüllt.
Wir packten unsere halbwegs trockenen Backpacks zunächst ins Toilettenhäuschen und versuchten, uns darin unterzustellen, bis der Bus kam. Dort wurden wir schnell wieder weggeschickt, sobald das Reinigungspersonal eintraf. Es vergingen quälende Minuten in denen wir durchnässt wurden, bis der Bus uns endlich einsammelte.
Das Zelt landete am selben Tag noch im Müllcontainer. Die nächsten Wochen mussten als ohne Zelt vollführt werden.
TIPP: es scheint selbstverständlich, aber wenn ihr so schusselig seid wie wir: man braucht im Feuerland ein gutes Zelt.







Pingback: Ushuaia und Gletscher Martial - Wie sieht das Ende der Welt aus? - RoamLight